Ein entwaffnend eingängiges Album ...
... der (ehemaligen?) Polit-Punks, das einem doch die Stirn runzeln lässt.
Man merkt sofort: die Kafkas wollten sich auf ihrem fünften Album öffnen und zugänglicher werden – ein Schritt, der evt. in die falsche Richtung gesetzt wurde. Die erste Sinlge und Opener „Klatscht In Die Hände!“ ist dabei (samt witzigen Video) noch am amüsantesten. Zu einem Electro-Clash-Beat – der offen gesagt, auch schon ein paar Jahre mehr als weniger tot geritten wird – sieht sich der geneigte Hörer schon bei diversen Sommerfestivals zur Nachmittagszeit. Pogend und Bier trinkend natürlich. Beim Rest der insgesamt 15 Lieder zählt man innerlich allerdings Bands auf, die auf ihren letzten Alben vordergründig mutiger zur Sache gegangen sind: Madsen, Kettcar, Killerpilze … . Sicher: „2000 Hände“ klingt gegen Ende wieder wie eine Begründung, warum die kanadischen Punkwüstlinge Propagandhi die Kafkas gerne als Vorgruppe engagieren.
Spannend wird es zusehen, ob Band aus Bremen mit ihrem Crossover aus Pop-Punk, gelegentlichem Electro-Clash und deutschsprachiger Befindlichkeitslyrik in den Charts punkten wird können.
Erscheinungsdarum 16. April 2010