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Der Geldprofi - Wissen ist dein Kapital!
Wenn du dich für einen Arbeitsplatz bewirbst oder von einem Unternehmen Wertpapiere kaufen möchtest, ist es gut über die wirtschaftliche Situation dieser Firma Bescheid zu wissen.
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Dieser Geldprofi beschäftigt sich mit dem Jahresabschluss. Kapitalgesellschaften - zu denen Aktiengesellschaften (AG) und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) gehören - sind verpflichtet einen Jahresabschluss zu erstellen, veröffentlichen müssen ihn die Gesellschaften allerdings nur unter gewissen Umständen.
Mehr dazu im Handelsgesetzbuch (HGB) unter §277ff und §221 Abs. 3. Tipp: mit dem Link zum Rechtsinformationssystem (RIS) des Bundeskanzleramtes kannst du die diesbezüglichen gesetzlichen Vorgaben online nachlesen, siehe Links zum Thema. Einfach unter "Kurztitel/Abkürzung" HGB und unter Paragraph die jeweilige Nummer eingeben.
So erfährst du, ob ein Unternehmen den Jahresabschluss für die Öffentlichkeit zugänglich macht:
Die Bilanz, ein Teil des Jahresabschlusses, ist die Gegenüberstellung aller Vermögenswerte und Schuldenteile eines Unternehmens zu einem Bilanzstichtag. Sie dient dem Zweck der Erfolgsermittlung und als Vermögensübersicht.
Der Jahresabschluss besteht aus:
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Aktiva = Anlagevermögen (langfristig gebundenes Vermögen, wie z.B. Gebäude, Maschinen) und Umlaufvermögen (kurzfristig gebundenes Vermögen, wie z.B. Vorräte, Forderungen, flüssige Mittel)
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Passiva = Eigenkapital und Fremdkapital (wie z.B. Verbindlichkeiten)
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Gewinn und Verlustrechnung (GuV = Gegenüberstellung von Aufwendungen und Erträgen im Zeitraum eines Jahres)
Ergänzt wird der Jahresabschluss (gegebenenfalls) noch um:
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Anhang (= Erläuterung der Bilanz im Detail, z.B. steht in der Bilanz die Position "Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten" sind im Anhang die Kreditinstitute aufgelistet) und
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eventuell Lagebericht (= die Bilanz wird zu einem bestimmten Stichtag erstellt, bis zur Veröffentlichung vergehen meistens noch einige Monate. Im Lagebericht wird die aktuelle Finanzsituation und eventuell Zukunftsaussichten des Unternehmens beschrieben) und Testat (= Bestätigungsvermerk vom Wirtschaftsprüfer)
Aus dem Jahresabschluss kannst du bestimmte Kennzahlen herauslesen und damit erkennen, wie es um ein Unternehmen steht. Empfehlenswert ist es, Kennzahlen immer mit jenen aus den Vorjahren zu vergleichen.
Die aussagekräftigsten Kennzahlen (der so genannte Quick-Test) sind:
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Gesamtkapitalrentabilität (Return on Assets/ROI): die Verzinsung des gesamten eingesetzten Kapitals soll mit dieser klassischen Kennzahl zum Ausdruck gebracht werden
- Cash-Flow in % vom Umsatz: bringt das Selbstfinanzierungspotenzial eines Unternehmens zum Ausdruck und ist der Ertrag eines Unternehmens, soweit er den Aufwand übersteigt.)
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Eigenkapitalquote: Gibt die Höhe des Eigenkapitals im Verhältnis zum Gesamtkapital (Eigenkapital und Fremdkapital) wieder und sagt viel über die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität des Unternehmens aus.
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Schuldentilgungsdauer: gibt an, innerhalb welchen Zeitraumes - rein rechnerisch - die Schulden des Unternehmens durch den Cash-Flow rückgeführt werden können.
Hinweis: Die Positionen in den Bilanzen lauten nicht immer gleich. So kann z.B. das Bilanzergebnis auch Jahresüberschuss vor Steuern oder Betriebsüberschuss heißen. Der Umsatz wird auch oft als Betriebsleistung tituliert.
Folgende Unternehmen müssen ihren Jahresabschluss (Einnahme- und Ausgabenrechnung) nicht veröffentlichen:
Kennzahlen oder andere Daten, die die finanzielle Lage dieser Unternehmen betreffen, wirst du schwer erhalten. Du kannst dich aber umhören, wie die Auftragslage ist, oder wie viele Mitarbeiter die Firma beschäftigt und ob die Gehälter bzw. die Löhne pünktlich ausbezahlt werden. Beim Kreditschutz Verband, www.ksv.at, kannst du auch Unternehmensauskünfte einholen, allerdings sind diese kostenpflichtig.
Mit ein bisschen Übung kannst auch du Bilanzen lesen. Viel Erfolg!
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unterstützt durch Raiffeisen Zentralbank Österreich AG
Abteilung "Financial Accounting & Reporting" und
Abteilung "Credit & Limit Control"
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