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Der Geldprofi - Wissen ist dein Kapital!
In Ausgabe 3 unserer Geldprofi-Serie haben wir euch die Anleihen vorgestellt. Diesmal wollen wir euch mit einigen Besonderheiten bei dieser Anlageform vertraut machen.
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Du hast nun in der letzten Ausgabe schon gehört, dass Anleihen Schuldnerpapiere sind und der Emittent Zinsen zahlen und am Ende der Laufzeit das Kapital tilgen (=zurückzahlen) muss. Es geht aber auch anders.
Zerobonds
Zerobonds sind so genannte Null-Kupon-Anleihen. Das bedeutet, dass man seine Zinsen während der Laufzeit nicht jährlich bekommt sondern erst am Ende der Laufzeit. Diese Zinsen werden in Form einer höheren Tilgung ausbezahlt und unterliegen ebenfalls der Kapitalertragssteuer (KESt.)
Beispiel
8jährige Nullkuponanleihe; Ausgabekurs: 102%, Tilgungkurs: 130%; Stückelung EUR 1.000
| am Tag des Kaufes |
EUR 1.020 Kaufinvestition (da Kurs 102%) |
| am Ende der Laufzeit |
EUR 1.300 Rückzahlung durch den Emittenten |
Das heißt: bei einer Veranlagung von EUR 1.000 hättest du, abgesehen von der KESt., nach 8 Jahren EUR 280 verdient.
Im obigen Beispiel kannst du auch erkennen, dass der Ausgabekurs, und das ist generell bei Anleihen so, nicht immer 100% beträgt. Oft wird ein sogenanntes „Agio“ oder „Disagio“ verrechnet bzw. gewährt. Wenn der Ausgabekurs über 100% beträgt, spricht man auch von „über pari“ bzw. wenn er darunter liegt, von „unter pari“. So könnte der Ausgabekurs auch 98% betragen. In diesem Falle müsstest du bei einer Veranlagung von EUR 1.000 nur EUR 980 bezahlen und würdest am Ende der Laufzeit deine EUR 1.000 (bei 100% Tilgungskurs) zurück bekommen.
Variable verzinste Anleihen
Aber nicht nur die Kurse (Ausgabekurs und Tilgungskurs) können variieren, auch der Kupon-Zinsatz muss nicht jedes Jahr gleich sein. Bei variabel verzinsten Anleihen wird der Zinssatz in bestimmten Zeitabständen an die generelle Zinsentwicklung angepasst. Eine 3% variabel verzinste Anleihe kann z.B. im ersten Jahr wirklich 3% Ertrag bringen, im 2. Jahr bloß 2,75% und im 3. Jahr dann 3,25%. Das bedeutet, dass bei variabel verzinsten Anleihen die Zinsen mit dem allgemeinen Zinsniveau steigen bzw. fallen.
Zeichnungsfrist und Sekundärmarkt
Grundsätzlich kannst du bei deiner Bank immer Anleihen kaufen. Man muss aber zwischen dem Primär- und dem Sekundärmarkt unterscheiden. Am Primärmarkt werden alle Anleihen angeboten, die das erste Mal in den Handel gelangen. Da gibt es eine so genannte Zeichnungsfrist innerhalb derer man die Anleihe zu den vorher bestimmten Anleihebedingungen „zeichnen“ (=kaufen) kann.
Ist diese Zeichnungsfrist abgelaufen gelangen die Anleihen in den Sekundärmarkt. Dort wird aufgrund der Nachfrage und Zinsentwicklung ein Kaufkurs bestimmt (ähnlich wie bei den Aktien). Das heißt man kann Anleihen auch während der Laufzeit kaufen und verkaufen. Der Kaufpreis errechnet sich dabei aus dem Zinssatz, der Restlaufzeit und dem Tilgungskurs.
So, das war’s mal vorerst zu den Anleihen. In der nächsten Ausgabe beschäftigen wir uns mit Investmentfonds und warum sie für die private Pensionsvorsorge wichtig sind.
Lies wieder rein!