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Geldprofi - Wissen ist dein Kapital!
In den letzten beiden Ausgaben haben wir uns mit Aktien und ihren Eigenheiten beschäftigt. Diesmal wollen wir euch eine alternative und weniger risikoreiche Anlageform vorstellen: Anleihen.
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Anleihen, auch bekannt als „Bonds“ oder „Renten“ sind im Gegensatz zu Aktien keine Anteilspapiere sondern Schulder- bzw. Gläubigerpapiere. Das heißt, als Käufer einer Anleihe erwirbst du keinen Anteil, sondern bist Gläubiger, also Kreditgeber für die ausgebende Stelle. Diese ausgebende Stelle wird als Emittent bezeichnet. Als Emittent kann eine Bank, eine öffentlich-rechtliche Körperschaft (z.B. der Bund) oder ein Großunternehmen auftreten.
Der Emittent beschafft sich so Kapital, welches er benötigt um z.B. wichtige Investitionen zu tätigen. So kann z.B. der Bund eine Anleihe begeben, deren Nominale (das ist der Nennwert der Anleihe bis zu dem die Anleger die Aktie zeichnen können) zur Finanzierung des Autobahnausbaus verwendet wird. Wie bei einem normalen Kredit, muss der Emittent für das ausgeliehene Geld, Zinsen, (=der Kupon) bezahlen und das Kapital am Ende der vereinbarten Laufzeit zur Gänze zurück bezahlen.
Zum besseren Verständnis hier ein Beispiel
Der Bund begibt eine 4%ige Staatsanleihe mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Das Nominale ist 100 Mio. EUR, die Stückelung beträgt EUR 100. Das bedeutet, dass du dein, für die Veranlagung zur Verfügung stehendes Kapital immer in 100er Schritten investieren kannst.
Beispiel
| am Tag des Kaufes |
EUR 3.000 Kaufinvestition |
| zum Kuponstichtag jedes Jahr |
EUR 120 Zinsen |
| am Ende der Laufzeit |
EUR 3.000 Rückzahlung durch den Emittenten |
Auf 10 Jahre gesehen hättest du damit EUR 1.200 verdient. Bitte beachte, dass von den Zinsen noch 25% KESt. (Kapitalertragsteuer) zu bezahlen sind, die von der Bank automatisch einbehalten und an das Finanzamt abgeführt werden.
Das Risiko bei einer Veranlagung in Anleihen ist weitaus geringer, als bei Aktien. Hier stehen meist sehr große Emittenten dahinter, die kaum in Zahlungsverzug geraten. Manche Veranlagungen sind sogar durch einen Deckungsstock gesichert, der die Zahlung der Zinsen und die Rückzahlung des Kapitals garantiert. Man spricht dann von „mündelsicheren“ Veranlagungen.
Es gibt aber auch sogenannte „Junk Bonds“, bei denen das Risiko weitaus höher sein kann. Junk Bonds sind, wie der Name schon sagt, Anleihen minderer Qualität. Das bedeutet, dass der Emittent einen nicht so guten Ruf hat: z.B. Argentinische Staatsanleihen. Solche Junk Bonds haben aber den Vorteil, dass sie entweder einen weitaus höheren Kupon zahlen, z.B. 15% oder eine weitaus höhere Rückzahlung, z.B. 130% des Nennbetrages garantieren.
Beim nächsten Mal, wollen wir auf "Zerobonds", Zeichnungsfrist und variable verzinste Anleihen eingehen. Also, lies wieder rein!